Einstellungsstopp für Lehrkräfte ist bildungspolitischer Offenbarungseid
Die Ankündigung von Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD), die Unterrichtsverpflichtung für Lehrkräfte um eine Stunde pro Woche zu erhöhen, während gleichzeitig ein faktischer Einstellungsstopp für neue Lehrkräfte verhängt wird, sorgt für Empörung. Die FDP Brandenburg sieht darin eine bildungspolitische Bankrotterklärung und eine weitere Zumutung für die ohnehin überlasteten Lehrerinnen und Lehrer.
FDP-Präsidiumsmitglied Ralf Tiedemann äußert sich fassungslos:
„Der Einstellungsstopp für neue Lehrkräfte ist eine bildungspolitische Katastrophe. Anstatt dringend benötigte neue Lehrerinnen und Lehrer auszubilden und einzustellen, zwingt das Ministerium die bestehende Lehrerschaft, die Lücken aufzufangen. Das ist nichts anderes als eine versteckte Kürzung auf dem Rücken der Lehrkräfte und der Schülerinnen und Schüler. Wer ernsthaft glaubt, damit Unterrichtsausfall oder sinkende Bildungsqualität bekämpfen zu können, ignoriert die Realität an unseren Schulen.“
Die FDP Brandenburg fordert stattdessen ein tragfähiges Konzept, das langfristig den Lehrermangel bekämpft und nicht nur die Belastung auf die vorhandenen Lehrkräfte abwälzt. Tiedemann schlägt vor:
- Ein verbindliches Stundenkonto-Modell, mit dem die erzwungene Mehrarbeit für Sabbaticals oder einen früheren Renteneintritt genutzt werden kann.
- Eine sofortige Aufhebung des Einstellungsstopps und massive Investitionen in die Lehrerausbildung.
- Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs durch bessere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung.
- Gezielte Anreize für Quereinsteiger, um kurzfristig mehr Personal zu gewinnen, anstatt die bestehenden Lehrkräfte auszubrennen.
„Diese Regierung verspielt gerade die Zukunft unserer Kinder. Ohne Lehrkräfte gibt es keine gute Bildung – und ohne gute Bildung gibt es keine Chancengerechtigkeit. Brandenburgs Schulen brauchen eine echte Lösung, keine Notoperationen auf dem Rücken der Lehrerinnen und Lehrer.“